15. Januar 2014
"Wenn Sie eine digitale Diät machen wollen, dann stellen wir Ihnen dazu die Waage zur Verfügung."
So erklärt Alexander Markowetz, Professor für Informatik an der Uni Bonn die neue App, die er und seine Kollegen entwickelt haben. Mit ihr kann man aufzeichnen, wie viel Zeit man täglich mit dem Telefon verbringt und welche Anwendungen man am häufigsten verwendet. Die App ist Teil eines größeren Forschungsprojekts zur Untersuchung des Handygebrauchs. Die meisten Studien verlassen sich dazu bis jetzt auf Selbsteinschätzungen der Nutzer.
Die Informatiker sehen für ihre App aber noch andere Einsatzfelder: Es sei beispielsweise denkbar, Handydaten dazu zu nutzen, um Schwere und Verlauf einer Depression zu messen. Auch dazu läuft im Moment eine Studie - zusammen mit einer Uniklinik. Depressionen äußern sich unter anderem in sozialem Rückzug und die Krankheit verläuft in Phasen. Die Vermutung der Forscher: Während einer depressiven Phase verändert sich messbar die Handy-Nutzung. Der Kranke ruft dann beispielsweise weniger oft an und geht seltener vor die Tür. Ein Therapeut könnte das Handy seiner Patienten also als Diagnose-Instrument nutzen und gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern.
Eine Studie der Bonner Informatiker ist in der [Fachzeitschrift "Medical Hypothesis"|http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306987713005598] erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)