15. Januar 2014
Ein US-Forscher hat ein mathematisches Modell entwickelt, wie man sich nach einem Atombomben-Abwurf am besten schützt.
Ihm zufolge berücksichtigen bisherige Verhaltensregeln zu wenig den unterschiedlich guten Schutz von verschiedenen Unterständen. In den USA habe zum Beispiel mehr als jedes fünfte Haus keinen Keller und biete auch sonst zu wenig Schutz gegen Verstrahlung. Damit stellt sich im Katastrophenfall die Frage: Sollte man sich lieber sofort in der Nähe unterstellen, auch wenn der Unterstand weniger gut ist, - oder sollte man einen längeren Weg in Kauf nehmen, um einen besseren Unterstand zu erreichen? Der Wissenschaftler macht die Entscheidung an der Entfernung zum guten Schutzkeller fest. Dauert der Weg dorthin nur fünf Minuten, sollte man sofort losgehen und die mögliche Verstrahlung unterwegs in Kauf nehmen. Dauert der Weg länger, bis zu fünfzehn Minuten, sollte man sich lieber zuerst einen schlechteren Unterstand suchen - aber maximal für 30 Minuten.
Das sind laut dem Forscher allgemein gültige Empfehlungen, denen man auch folgen kann, wenn man keine genauen Informationen über Zeitpunkt und Dauer des radioaktiven Fallouts hat.
Die Studie ist im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society A" erschienen. Der Forscher ging für seine Berechnungen von einer "kleineren" Sprengkraft der Atombombe aus - maximal zwei Drittel der Explosionsmenge der Bombe von Hiroshima.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)