16. Januar 2014

Politologe: Deutschlands Macht in der Welt wird überschätzt

Deutschland ist gar nicht so mächtig, wie das Ausland oft denkt.

Das glaubt der Politikwissenschaftler Hanns Maull. Er schreibt in einer Analyse für das Giga-Institut, der Eindruck, dass Deutschlands Macht in der Welt gewachsen sei, beruhe vor allem auf der Wirtschaftskraft. Hier müsse man aber Einschränkungen machen: Hinter der wirtschaftlichen Stärke stünden vor allem private Akteure - die hätten aber oft ihre eigenen Interessen, die nichts mit den Zielen der deutschen Außenpolitik zu tun haben müssen. Außerdem sei Deutschland besonders stark abhängig von internationalen Beziehungen, zum Beispiel durch die starke Export-Orientierung oder durch die geopolitische Lage mitten in Europa.

Maull findet allerdings, auf anderer Ebene werde der Einfluss Deutschlands oft unterschätzt: nämlich bei weichen Machtfaktoren, zum Beispiel unserem Gesellschaftssystem, das vielen als Vorbild diene.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)