22. Januar 2014

Kuschelhormon kann laut Studie auch überempfindlich machen

Es ist das ultimative Hormon: Es steigert die Lust, verringert Stress und macht glücklich und zufrieden.

Deshalb überlegen Forscher, ob sie Oxytocin auch als Medikament einsetzen können, zum Beispiel für Menschen mit Problemen im sozialen Zusammenleben. Keine so gute Idee, sagen jetzt kanadische Wissenschaftler. Sie haben in einem Test rund 80 gesunden Probanden entweder eine Oxytocin-Dosis gegeben oder einen Placebo. Anschließend sollten die Teilnehmer verschiedenen Gesichtsausdrücken Gefühle zuordnen. Wie erwartet, interpretierten die Oxytocin-Probanden in die Gesichter stärkere Gefühle hinein als die Vergleichsgruppe. Die Forscher sind der Meinung, dass das Hormon Überreaktionen hervorrufen kann. Es könne zwar zum Beispiel Menschen mit Autismus bei ihren sozialen Defiziten helfen. Möglich sei aber auch, dass man auf harmlose Körpersignale überempfindlich reagiert und damit Probleme im Alltag bekommt.

Hier erklärt einer der Forscher im Video, wie Oxytocin wirkt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)