22. Januar 2014
Wer heute keine Milch verträgt, kann sich trösten: Noch vor rund 10.000 Jahren war das der Normalzustand der Bevölkerung.
Für Wissenschaftler ist interessant, warum die meisten Europäer heute Lactose mithilfe von Enzymen aufspalten und vertragen können. Als erstes war diese genetische Mutation bei Hirtenvölkern verbreitet. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass die Milch ihnen half, Calciummangel zu verhindern. Vor allem in Regionen mit wenig Sonnenlicht wie Skandinavien holten sich die Menschen über die Milch aber auch Vitamin D. Beide Faktoren könnten also dafür gesorgt haben, dass sich im Laufe der Evolution die Lactose-Verträglichkeit durchsetzte. Wissenschaftler aus Schweden haben einen Beweis für diese These gefunden: In DNA-Material von Steinzeit-Bauern aus dem sonnigen Spanien fanden sie nämlich keine Gene für die Lactose-Enzyme.
Dass sich die Lactose-Gene in einigen Gebieten Europas besonders stark durchgesetzt haben, erklären die Wissenschaftler mit Hungersnöten. Steinzeitmenschen, die Milch vertrugen, hatten bessere Überlebenschancen.
Die Studie ist im Fachmagazin "Molecular Biology and Evolution" erschienen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)