23. Januar 2014
Bein ab - aber wie?
1493 wurde Kaiser Friedrich dem Dritten ein Teil des linken Beines amputiert. Ein Historiker hat sich jetzt mit den genauen Umständen der Operation beschäftigt. Im Fachmagazin "Spektrum der Wissenschaft" hat er den Bericht von Friedrichs Wundarzt Hans Seyff ausgewertet.
Bei der OP waren demnach offenbar Grafen, Ritter und Knechte dabei. Drei Wundärzte hielten Friedrichs linkes Bein fest, während Hans Seyff zusammen mit einem Kollegen einen Teil davon absägte. Auch aus heutiger Sicht war die Amputation nicht zu vermeiden. Friedrich litt wahrscheinlich an einer Arteriosklerose, durch die das Gewebe nur noch schlecht durchblutet wurde.
Wie Friedrich bei der OP betäubt wurde, schreibt Hans Seyff nicht - der Historiker vermutet aber, dass das mit der damals gängigen Methode des sogenannten "Schlafschwammes" passierte: Dem Patienten wurde dabei ein Schwamm mit betäubenden Drogen vor den Mund gehalten, zum Beispiel aus Efeublättern oder den Wurzeln der Schierlingspflanzen. Durch das Einatmen der Dämpfe verlor der Patient das Bewusstsein.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)