24. Januar 2014
Was ist die dritthäufigste Todesursache in den Industrieländern?
Das fragt das Magazin "New Scientist" und gibt auch gleich die überraschende Antwort. Nach Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten ist die dritthäufigste Todesursache - die Medizin. Genauer gesagt: Behandlungsfehler, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Infektionen durch Krankenhauskeime. Viele dieser unerwünschten Effekte würden erst nach und nach aufgeklärt. Beispiel Chemotherapie bei Krebs: Es ist schon länger klar, dass sie das Immunsystem schwächt und so die Gefahr erhöht, dass der Patient an eigentlich harmlosen Infektionen stirbt. Relativ neu ist aber die Entdeckung, dass Chemotherapie manche Krebsarten noch aggressiver und damit tödlicher macht.
Der "New Scientist" will seinen Artikel auf keinen Fall so verstanden wissen, dass Chemotherapie & Co. jetzt abgeschafft werden sollen. Schließlich brächten medizinische Behandlungen trotzdem mehr Gutes als Schlechtes. Das Magazin fordert aber, mehr zu den Nebeneffekten zu forschen. Laut der am häufigsten zitierten Statistik sterben in den USA jedes Jahr 225.000 Menschen durch die Medizin. Diese Daten sind aber fast 15 Jahre alt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)