28. Januar 2014

Contergan-Skandal: NRW prüft Rolle eigener Behörden

Der Contergan-Skandal um den Aachener Medikamenten-Hersteller Grünenthal ist noch immer nicht ganz geklärt.

Jetzt will das Land Nordrhein-Westfalen historisch erforschen, welche Schuld die eigenen Behörden tragen. Das hat NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bekannt gegeben. Es fehle an einer wissenschaftlich fundierten Dokumentation und an Transparenz.

Die mögliche Verstrickung von Politik und Verwaltung in den Arzneimittelskandal wird der Münsteraner Historiker Thomas Großbölting erforschen. Er soll 800 Aktenbände des Landes durcharbeiten und feststellen, ob im Umgang der Behörden mit Grünenthal alles mit rechten Dingen zuging. Ob der Aachener Hersteller selbst sein Archiv öffnet, ist bisher unklar.

Ende der 50er Jahre hatten Schwangere nach Einnahme des Schlafmittels Contergan Kinder mit schweren Behinderungen geboren. Eine Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung und fahrlässiger Tötung gegen die Firma Grünenthal wurde 1970 fallen gelassen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)