29. Januar 2014

Kritik an Sotschi von Human Rights Watch, Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und CPJ

Gut eine Woche vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi mehrt sich die Kritik an Russland und am Internationalen Olympischen Komitee.

"Reporter ohne Grenzen" und "Human Rights Watch" kritisieren, dass nicht nur russische, sondern auch ausländische Medienvertreter während der Spiele überwacht würden. Aber auch die Telefon- und Internetkommunikation der Besucher und Teilnehmer der Spiele würden ausgespäht und bis zu drei Jahre gespeichert.

Die "Gesellschaft für bedrohte Völker" warf IOC-Präsident Thomas Bach in einem offenen Brief vor, er habe das IOC zum Steigbügelhalter des russischen Präsidenten Wladimir Putin gemacht. Russland sei heute unfreier und undemokratischer als vor einem Jahr. Unter dem Vorwand, bei den Spielen für Sicherheit sorgen zu müssen, werde gegen NGOs, Akteure der Zivilgesellschaft, Migranten und Minderheiten vorgegangen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International will morgen für mehr Meinungsfreiheit in Russland protestieren.

Russland liegt auf der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" derzeit auf Platz 148 von 179 Ländern. Die Presse sei so stark eingeschränkt wie seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr, bilanzierte die Organisation vor wenigen Wochen. Auch das Komitee zum Schutz von Journalisten äußerte sich ähnlich und sprach von einem repressiven Klima in Russland.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)