30. Januar 2014

Neandertaler-Gene haben bei Anpassung an Kälte geholfen

Wenn wir heute die kalten europäischen Winter überstehen, dann haben wir das zu einem guten Teil den Neandertalern zu verdanken.

Ihre Gene haben unseren Vorfahren dabei geholfen, mit der kühleren Umgebung außerhalb von Afrika zurechtzukommen. In zwei Studien haben US-Forscher die Neandertal-Gene vor allem an Stellen nachgewiesen, an denen Wachstum und Beschaffenheit von Haut und Haaren geregelt werden. Die Ergebnisse sind in den den Fachzeitschriften "Nature" und "Science" veröffentlicht.

Aufgefallen ist den Forschern, dass die Neandertal-Variante des Gens, das Haut und Haare mitbestimmt, bei Europäern sehr häufig ist, während es bei Ostasiaten gar nicht vorkommt. Das könnte einige der äußerlichen Unterschiede zwischen den Menschengruppen erklären.

Nach dem heutigen Wissensstand haben sich die Neandertaler früh vom Stammbaum der heutigen Menschheit abgetrennt. Europäer und Ostasiaten hatten aber noch länger Kontakt mit Neandertalern als Afrikaner. Den Studien der US-Wissenschaftler zufolge stammen beim modernen Europäer durchschnittlich 1,15 Prozent der Gene vom Neandertaler - bei Ostasiaten sind es etwas mehr.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)