30. Januar 2014
Keine Angst vor sprachlicher Überfremdung!
Das sagt Heinrich Detering, Präsident der Akademie für Sprache und Dichtung. Der Magen der deutschen Sprache habe in den letzten 100 Jahren erstaunlich viel verdaut, betonte er bei einer Tagung des Goethe-Instituts in Berlin. Nach den Worten Deterings ist die Angst vor einer Überfremdung der Sprache oft ein Symbol für die Angst vor Überfremdung allgemein. Als Beispiel nannte er das Schlagwort "Armutszuwanderung": Es sei vielmehr die Angst vor Armut - und nicht das Wort an sich, das negative Gefühle auslöse.
Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, sieht in Sachen Sprachpflege auch die Politik in der Pflicht. Als Sprachpolizei aufspielen soll sie sich seiner Ansicht nach zwar nicht. Sie könnte sich aber in Aufsichtsräten, in denen sie vertreten ist, zum Beispiel bei der Bahn, für die Pflege der deutschen Sprache einsetzen. - Bis zum Herbst geht das Goethe-Institut mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Deutsch 3.0" den Veränderungen der deutschen Sprache auf den Grund.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)