31. Januar 2014
Das Überleben nach einer Krebsdiagnose hängt in Deutschland mit dem Wohnort zusammen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg. Demnach haben Patienten aus den wirtschaftlich schwächsten Landkreisen schlechtere Überlebenschancen. Das gelte vor allem in den ersten drei Monaten nach der Diagnose. Die Forscher stützten sich dabei auf Daten von rund einer Million Krebspatienten.
Bekannt ist schon lange, dass wohlhabende Krebspatienten weltweit bessere Überlebenschancen haben als arme. Für Deutschland gab es aber bislang keine entsprechenden Untersuchungen.
Die Forscher werteten die Daten von zehn der insgesamt 16 deutschen Landeskrebsregister aus. In den Kreisen wurde auch die sozioökonomische Situation untersucht - unter anderem also das Pro-Kopf-Einkommen, die Arbeitslosenquote und die kommunalen Ein- und Ausgaben.
Die genauen Ursachen für die erhöhte Sterblichkeit in den ärmeren Kreisen sind noch unklar.
Erkrankte aus dem sozioökonomisch schwächsten Fünftel der Landkreise verstarben der Studie zufolge früher als Krebspatienten in allen übrigen Regionen. Der Effekt sei in den ersten drei Monaten nach der Diagnose am deutlichsten gewesen: Patienten aus den wirtschaftlich schwächsten Landkreisen hatten laut den Forschern in dieser Zeitspanne ein um ein Drittel höheres Risiko zu sterben. Neun Monate nach Diagnose lag der Unterschied demnach noch bei 20 Prozent, in den darauf folgenden vier Jahren blieb er stabil bei 16 Prozent.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)