2. Februar 2014

Väter sind laut Studie nur in der Theorie emanzipiert

Düsseldorf (KNA) Laut einer neuen Studie reden zwar viele Väter von gleichberechtigter Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau, setzen dies aber in der Praxis nur selten um. Zu diesem Ergebnis komme eine repräsentative Studie des «Forschungszentrums familienbewusste Personalpolitik» (FFP) im Auftrag des NRW-Familienministeriums, berichtet die «Welt am Sonntag». Dabei waren Väter von Kindern bis 16 Jahren aus Nordrhein-Westfalen nach Wertvorstellungen, Beruf und Familie befragt worden.

Demnach ist diesen Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr wichtig. Auf einer Skala von eins bis 100 erreichte dieser Wunsch im Durchschnitt 76 Punkte und rangierte damit vor dem Wunsch nach gutem Einkommen (67 Punkte), Anerkennung (62) und Aufstiegsmöglichkeiten (56). Zudem sagten 95 Prozent der Befragten, sie freuten sich darauf, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Auch hält die große Mehrheit der Väter laut Umfrage eine Partnerschaft für wünschenswert, in der sich beide Elternteile in Beruf und Familie entfalten und auf Augenhöhe begegnen.

In der Praxis ist die Bereitschaft, zugunsten der Familie bei der Arbeit zurückzustecken, jedoch wenig ausgeprägt. Rund 85 Prozent der befragten Väter wollen in Vollzeit arbeiten; und rund 85 Prozent arbeiten auch Vollzeit. Mehr Zeit für Kinder und Küche wünschen sie sich nicht, sie sind mit dem Ist-Zustand weitgehend zufrieden.

Bereits 2012 hatte eine Studie ermittelt, dass Mütter bundesweit noch immer in 76 Prozent der Beziehungen fast die gesamte Familienarbeit leisten. Bei den restlichen 24 Prozent leisteten die Väter maximal die Hälfte der Familienarbeit.

gbo

020617 Feb 14

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)