5. Februar 2014
Kaffeepflanzen brauchen eigentlich viel Schatten.
Das bedeutet: Die Pflanzen müssen zum Beispiel von Bäumen vor der Sonne geschützt werden. Diese Bäume nehmen den Kaffebauern aber Anbaufläche weg und verringern damit den Ertrag - meinen zumindest Bauern am Fuß des Kilimandscharo. An dem Berg in Ostafrika wird viel Kaffee angebaut, auch auf Sonnenplantagen. Da wachsen gezüchtete Sorten, die kaum noch Schatten brauchen, wie die Sorte Arabica.
Deutsche Wissenschaftler haben jetzt untersucht, ob diese Sonnenplantagen wirklich mehr Kaffee liefern. Ergebnis: Nicht unbedingt. Denn weil es dort kaum noch Schattenbäume gibt, wird der Lebensraum für Tiere knapp, die den Kaffee bestäuben oder Schädlinge fressen: zum Beispiel Bienen, Vögel oder Fledermäuse.
Die Forscher fanden heraus: In Gebieten mit Vögeln und Fledermäusen gab es fast zehn Prozent mehr Früchte auf den Pflanzen. Waren zusätzlich Bienen da, wurden die Früchte etwa sieben Prozent schwerer - was die Kaffeequalität dann besser macht. Aber während in Gärten und Schattenplantagen alle diese Lebewesen herumschwirrten, fanden die Forscher auf den Sonnenplantagen nur noch Honigbienen. Sie warnen deshalb: Wenn der Bestand an Honigbienen mal schrumpft, etwa in einem kalten Jahr, könnte das die Ernte deutlich verkleinern.
Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse im Fachblatt "Proceedings of the Royal Societey B" veröffentlicht.
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Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)