10. Februar 2014

Kindersoldaten: Die Faszination der Gewalt

Sie sind manchmal noch so klein, dass sie kaum die Waffe tragen können, die sie bekommen.

Es geht um Kindersoldaten. Die sind aber nicht nur Opfer, sie sind auch Täter. Das sagt ein Psychologe von der Universität Konstanz, der sich Gedanken macht, wie man ehemalige Kindersoldaten besser therapieren kann. Er ist der Meinung, dass man die Täterrolle zu lange vernachlässigt hat - und deshalb Therapien häufig nicht erfolgreich waren.

In vielen Studien hat er beobachtet, dass 60 Prozent der ehemaligen Kindersoldaten später wieder freiwillig zu den Waffen greifen. Hauptgrund ist, dass den Kindern und Jugendlichen ein ziviles Leben als perspektivlos erscheint. Aber auch ein anderer Grund spielt eine Rolle: zehn bis 15 Prozent der Rückkehrer greifen auch deshalb wieder zu den Waffen, weil sie die Gewalt und das Töten genossen haben und davon abhängig geworden sind.

Damit diese Kinder aber nahchaltig therapiert werden können, hat der Psychologe in Konstanz die übliche Trauma-Therapie abgewandelt. Jetzt wird darin auch mehr auf die Täterrolle eingegangen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)