12. Februar 2014
Das Turiner Grabtuch ist gut tausend Jahre zu jung, um wirklich das Leichentuch Jesu Christi gewesen zu sein.
Das steht eigentlich schon seit Ende der 80er fest. Damals wurde gemessen, wie viel des radioaktiven Isotops Kohlenstoff-14 noch in dem Tuch vorhanden ist, um sein Alter zu bestimmen. Forscher der Universität Turin schreiben jetzt aber im Fachblatt "Meccanica", dass ein Erdbeben diese Altersdatierung verfälscht haben könnte.
Zum Beweis haben die Wissenschaftler in einer Presse poröses Gestein zermahlen. Dadurch lösten sie eine Spaltreaktion aus, bei der Neutronen freigesetzt wurden. Solche Neutronen könnten auch bei einem Erdbeben entstanden sein - und, einmal freigesetzt, mit dem in dem Leintuch vorhandenen Stickstoff reagiert haben. Dadurch hätten sie es gewissermaßen radiologisch verjüngt. Tatsächlich gibt es Anhaltspunkte für ein Beben, das etwa zum Todeszeitpunkt Jesu stattgefunden haben dürfte.
Wissenschaftler haben seit den 80ern schon verschiedene, teilweise ziemlich abwegige Gründe dafür angeführt, dass das Grabtuch doch viel älter ist als angenommen - wahlweise wurden die Hitze eines Feuers, Bakterien oder Pilze verantwortlich gemacht - oder auch eine starke Neutronenstrahlung infolge der Auferstehung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)