13. Februar 2014
Für uns in Deutschland ist klar: Kinder gehören zu ihren Eltern.
In Westafrika, vor allem in Benin, aber ist es ganz normal, dass Kinder bei anderen Verwandten aufwachsen. Wie es zu dieser Tradition der "sozialen Elternschaft" kommt, hat die Anthropologin Erdmute Alber jahrzehntelang untersucht. Ihre Ergebnisse hat sie jetzt in einem [Buch| veröffentlichthttp://www.uni-bayreuth.de/pressemitteilungen-html/027-Soziale-Elternschaft/index.html].
Sie schreibt, dass Eltern in Benin ihre Kinder nicht wegen Armut oder anderer Krisen weggeben. Sie sind eher der Ansicht, dass das den Zusammenhalt in der Familie stärkt und dass Kinder durch die Distanz zur leiblichen Mutter schneller reifen. Häufig versuchen werdende Eltern schon früh Kontakte zu Verwandten zu knüpfen, die dem Kind helfen könnten, sozial aufzusteigen.
Aber werden die Kinder durch die Trennung nicht traumatisiert? Die Wissenschaftlerin hat in Gesprächen mit Kindern kaum Leidensgeschichten gehört. Sie sagt aber, dass die Eltern ambivalent reagieren - viele schämen sich, Gefühle für ihre leiblichen Kinder zu zeigen.
Allerdings ist auch die Tradition der "Pflegefamilie" im Wandel. Zum Beispiel weil Kinder mittlerweile leichter Kontakt zu ihren leiblichen Eltern halten können, seitdem es Internet und Handys gibt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)